Interdisziplinäre Forschung begeisterte Schülergruppe beim MINT-EC-Camp Produktionstechnik

16.11.2018
  Schülergruppe Foto: Anja Wassong

Auch in diesem Jahr hatten wieder 18 MINT-Schüler und -Schülerinnen aus ganz Deutschland die Gelegenheit, einen tiefen Einblick in die Welt der Produktionstechnik, die verschiedenen Anwendungsbereiche und das Uni-Leben in Aachen zu erhalten. Das MINT-EC-Camp fand in diesem Jahr vom 07. bis 10. November statt und bot dabei ein spannendes Programm mit reichlich „Hands-on“ Erkundung der Produktionstechnik und ihrer Möglichkeiten.

Die Oberstufenschüler- und Schülerinnen konnten ihr Wissen in interessanten Vorlesungen und Workshops zu Themen wie „Industrielle Robotik“ am Werkzeugmaschinenlabor (WZL) oder „Der Mensch in der Produktionstechnik der Zukunft“, veranstaltet vom Institut für Arbeitswissenschaft (IAW), einbringen und ausbauen. Vorlesungen, Übungen und Workshops wechselten sich auch in diesem Jahr ab, um den Teilnehmern Gelegenheit zu bieten, Gelerntes zu vertiefen und auch selbst auszuprobieren.

  Schüler testet Simulationshandschuhe Foto: Anja Wassong Begrüßung durch Geschäftsführer Matthias Brockmann

Nach der Begrüßung durch Geschäftsführer Dr. Matthias Brockmann, der einen unterhaltsamen Überblick über die Themenvielfalt und Zukunft der Aachener Produktionstechnik bot, folgte wieder eine spannende Möglichkeit, die Produktionstechnik genauer kennenzulernen. Die beiden Wissenschaftler Simon Knape und Melanie Buchsbaum vom WZL gaben anschließend mit einer Vorlesung zum Thema Werkzeugmaschinen und anschließendem Rundgang sowie dem Thema Automatisierung auch tiefe Einblicke in die technischen Anlagen vor Ort. Natürlich durfte hier nicht nur in den Maschinenhallen geschnuppert, sondern auch tatkräftig ausprobiert werden.

  MINT Foto: Anja Wassong

Nach Technik pur, durfte am Donnerstag das Institut für Arbeitswissenschaft (IAW) die Augen für den Faktor Mensch in der Produktion öffnen. Mit Dr. Alexander Mertens, Marco Faber und Katharina Schäfer erarbeitete die Gruppe gemeinsam anwenderoptimierte Robotersteuerungen, setze sich mit dem Thema Alter und den damit einhergehenden Einschränkungen auseinander. Der Kollaborierende Roboter kann hier in Zukunft zum echten Kollegen am Arbeitsplatz werden und z.B. bei schweren Montagelementen mit zur Hand gehen.

Mit dem Alters­simulations­anzug GERT konnte die Gruppe ausprobieren, wie es sich anfühlt, ca. 30 Jahre älter zu sein - dazu gehört auch das meist im hohen Alter verstärkt auf­tretende Zittern, mit Hilfe der Tremor-Simulatonshandschuhe.

  MINT Foto: Anja Wassong Industrielle Robotik zum Anfassen mit Wissenschaftlerin Aline Kluge-Wilkes vom WZL

Nach einem ersten gemeinsamen Aufenthalt in der Mensa und damit ebenfalls einem ultimativen "real-feel" als potentieller Studierender in Aachen, ging es thematisch nocheinmal um die Robotik von Morgen. Wie steuert man einen Roboter? Welche verschiedenen Robotermodelle gibt es überhaupt und bei welchen Arbeiten kann uns in Zukunft der Roboter Arbeit abnehmen oder uns als "Kollege" idealerweise assistieren?

  Schülergruppe Foto: Anja Wassong

Am Freitag bot ein vom Lehrstuhl Technologie Optischer Systeme (TOS) im Fraunhofer ILT veranstalteter Workshop zum Thema „Optische Systeme“ reichlich Technik zum Anfassen und mit der Fertigung von Macrolinsen für das eigene Smartphone mit einem handelsüblichen 3D-Drucker durften alle auch ein tolles und praktisches Andenken an das Camp mit nach Hause nehmen. Als weiteres Highlight, hatten die Schülerinnen und Schüler die Gelegenheit, die spektakuläre Laserharfe als künstlerisches Medium, das unter dem Einsatz von Licht Töne erzeugt, noch vor der Vorführung im Rahmen der Wissenschaftsnacht kennenzulernen und selbst auszuprobieren. Neben jeder Menge theoretischem Wissen rund um die Welt von optischen Systemen und Lasertechnik, hielt der Vormittag im Fraunhofer ILT viel Praxis für die Oberstufenschüler parat.

Am Nachmittag ging es schließlich in die Welt der Textiltechnik. Im Institut für Textiltechnik (ITA) konnten die Schüler verschiedene Anwendungen industrieller Textilien kennenlernen: Als textilverstärkter Beton, als smarte Textilien in Bekleidung oder in Form von Einsatzmitteln in der Medizintechnik, wie zum Beispiel in Stents oder künstlichen Herzklappen.- für jedes Interessengebiet war etwas dabei. Auch die Einführung in das Weben und Flechten durfte natürlich nicht fehlen. Die Schülerinnen und Schüler zeigen sich begeistert von dem Programm und den Möglichkeiten, aus jedem Bereich etwas mitzunehmen. Mateo (17) bewertet besonders die Möglichkeit, Produktionstechnologie ganz konkret zu erleben, positiv: „Die Highlights sind für mich, dass ich alle Bereiche ganz konkret ansehen kann. Früher habe ich viel über diese Themen gelesen, aber hier kann man alles von Nahem sehen und viele Fragen stellen, die alle beantwortet werden.“

  Schülergruppe Foto: Anja Wassong

Dass für jeden etwas dabei ist, lobt auch Lisa (17): „Eines meiner persönlichen Highlights ist auf jeden Fall die Vielfältigkeit, einmal die Robotik, dann wieder Technologie auf den Menschen bezogen. Eben, dass wir Führungen gemacht haben, aber auch selber Dinge ausprobieren konnten. Am spannendsten fand ich die Robotik und die vielen Anwendungsmöglichkeiten, einmal beim WZL aber auch in der Textiltechnik.“

Der abwechslungsreiche Freitag endete mit einer Besichtigung des e.Go-Showrooms, den die Gruppe unbedingt noch vor ihrer Abreise am Samstag sehen wollte und der Teilnahme an der RWTH-Wissenschaftsnacht „5 vor 12“. Am Samstag lagen fünf spannende und schöne Tage in Aachen hinter allen Beteiligten, in denen viele Impressionen vom Unileben und den Möglichkeiten der Produktionstechnik aufgenommen wurden.

Wir wünschen allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern viel Erfolg beim Abitur und freuen uns, den ein oder anderen zum Studium in Aachen bald wiederzusehen.