Cluster-Expertise auf der ICME 2017

21.06.2017
 

Der World Congress on Integrated Computational Materials Engineering fand in Michigan (USA) statt

ICME Flyer Urheberrecht: The Minerals, Metals & Materials Society TMS

Vom 21. bis 25. Mai 2017 waren mit Dr. Ulrich Prahl (IEHK) und Dr. Georg Schmitz, sowie Bernd Böttger auch dieses Jahr wieder Wissenschaftler des Clusters auf dem World Congress on Integrated Computational Materials Engineering (ICME) in Ypsilanti, Michigan, zu Gast. Die renommierte Konferenz versammelte mehr als 250 Teilnehmer aus aller Welt. Der Kongress sowie die angeschlossene Ausstellung wurde organisiert von der amerikanischen „Minerals, Metals & Materials Society“, die mit über 13.000 Mitgliedern in 94 Ländern als weltweit größte Community im Bereich Mineralienverarbeitung diverse Konferenzen, wie die TMS Conference, auf internationaler Ebene veranstaltet.

Der Kongress lud führende Wissenschaftler auf dem Gebiet der ICME, der computergestützten Verknüpfung von Materialentwicklung, Produktentwicklung und Fertigungsprozessen, ein, um die neuesten Erkenntnisse und Fortschritte auf dem Gebiet zu entdecken und den wissenschaftlichen Austausch zu fördern. Mit ca. 250 Teilnehmern aus verschiedenen Disziplinen und Ländern, darunter Materialwissenschaftler, Softwareentwickler sowie Verfahrenstechniker und viele weitere Interessensvertreter, stellte der diesjährige Kongress die größte Versammlung seit Beginn der Initiative im Jahr 2011 dar.

Die Cluster-Wissenschaftler haben in diesem Jahr zum wiederholten Mal an dem international angesehenen Kongress teilgenommen und ihre Forschung anhand von Fachvorträgen präsentiert.

Dr. Ulrich Prahl skizzierte die Aachener Vorgehensweise auf dem Gebiet der ICME exemplarisch anhand der Entwicklung eines Konzeptes für einsatzgehärtete Bauteile mit reduziertem Verzugspotential, die er dem Publikum in seinem Vortrag mit dem Titel „An Attempt to Integrate Software Tools at Microscale and Above Towards an ICME Approach for Heat Treatment of a DP Steel Gear with Reduced Distortion“ erläuterte. Die im Exzellenzcluster entwickelte ICMPE-Methodik schafft die Möglichkeit, die Herstellung von Bauteilen durch eine gekoppelte Werkstoff- und Prozesssimulation erheblich zu verbessern, so Prahl.

In einem weiteren Beitrag über die Simulation der bainitischen Phasenumwandlung, beschäftigte Dr. Prahl sich mit einem innovativen Simulationsansatz, der besonders in der Fertigung von Sicherheitsstrukturen für Leichtbauanwendungen zum Tragen kommt und ermöglichen soll, metallphysikalisch komplexe Mechanismen in Bauteilen zu beschreiben, die beim Abkühlen gleichzeitig unter mechanischer Belastung stehen.

Neben verschiedenen anderen Vorträgen nutzte Dr. Georg Schmitz den Kongress, um unter dem Titel „Towards an ICME Methodology - Current Activities in Europe“, einen Plenarvortrag über die Aachener Aktivitäten im Rahmen des Forschungsprojekts AixViPMaP, der Entwicklung einer virtuellen Plattform zur integrativen Werkstoff- und Prozesssimulation, und den Entwicklungen innerhalb des ICMEaix, dem Dachverband für die Modellierungs- und Simulationsaktivitäten im Bereich Strukturwerkstoffe an der RWTH Aachen und ihren Partnereinrichtungen, zu halten. Beide Initiativen zählen zu den Arbeitsergebnissen der Exzellenzclusterforschung.

Dr. Prahl bewertet die Teilnahme der Aachener Wissenschaftler an der größten internationalen Tagung im Bereich ICME sehr positiv und gibt an, dass „die Kompetenz der Aachener ICME-Aktivitäten sowohl in ihrer thematischen Breite als auch in ihrer wissenschaftlichen Tiefe international präsentiert und auch aufmerksam zur Kenntnis genommen [wurde].“

Zudem vertrat Dr. Schmitz als Mitglied des internationalen Organisationskommittees an prominenter Stelle die europäischen und insbesondere die Aachener Aktivitäten im Bereich ICME. Auch er bescheinigt dem Kongress einen „hohe Bedeutung sowohl für Endanwender und Entwickler in der Industrie als auch für Softwareanbieter und die akademische Forschung“.

„Die Veranstaltung hat zudem den Stellenwert des ICME als Schlüsselkompetenz für eine moderne Werkstoff- und Prozessentwicklung beeindruckend dargestellt.“, lobt Dr. Prahl die Konferenz. „Die Aachener Gruppe steuerte hierzudie umfangreichsten Beiträge seitens der deutschen Community bei. Insgesamt zeigt es sich, dass die Zielvorstellung einer numerisch basierten Werkstoffentwicklung für moderne Anwendungen nach wie vor eine große Herausforderung ist, dass in Aachen aber die wesentlichen Kompetenzen und Methoden disziplinübergreifend vorhanden sind.“